Autovaccine bei chronischen Harnwegsinfekten

Zur Behandlung einer chronischen Cystitis, Pyelonephritis oder Prostatitis können entweder eine infektionsbezogene Autovaccine - die UroVaccine - oder eine AutoColiVaccine verwendet werden.

Für die Herstellung der UroVaccine werden die verursachenden Keime, meist E. coli- oder Enterococcus faecalis-Bakterien, aus dem Urin des Patienten isoliert, vermehrt und zur Autovaccine verarbeitet.

Für die AutoColiVaccine werden apathogene E. coli aus dem Stuhl des Patienten eingesetzt. Der Arbeitskreis für Mikrobiologische Therapie (AMT) hat eine Praxiserhebung zur Wirksamkeit der AutoColiVaccine bei der Behandlung chronisch-rezidivierender Harnwegsinfekte durchgeführt.

Praxiserhebung bei chronischen Harnwegsinfekten

Von 2006 bis 2008 wurden 21 Patienten mit chronischen Harnwegsinfekten in einer urologischen Fachpraxis mit AutoColiVaccinen behandelt. Mindestens dreimal jährlich waren die 19 Frauen und zwei Männer während der vorangegangenen Jahre wegen Cystitiden antibiotisch behandelt worden.

Zu Beginn der Behandlung versendeten die Patienten eine Stuhlprobe zur Herstellung der AutoColiVaccine. Je nach klinischer Ausprägung der Erkrankung wurde bei einzelnen Patienten ein Antibiogramm erstellt und anschließend antibiotisch therapiert. 

Injektion der Autovaccine

Nach Erhalt der AutoColiVaccine wurde mit der Injektion der höheren Verdünnungsstufe begonnen. Zweimal pro Woche wurde in ansteigender Dosierung intra- oder subkutan injiziert. Das Injektionsvolumen wurde langsam gesteigert, bis zu einem Maximum von 0,7 ml. Im Anschluss wurde ebenso mit der niedrigeren Verdünnungsstufe und damit der höheren Antigenmenge verfahren. Die Verträglichkeit der Autovaccine war im Allgemeinen sehr gut. Selten musste bei empfindlichen Patienten die Dosis reduziert werden.

Orale Anwendung

Patienten, für die eine Autovaccine zur oralen Anwendung angefordert worden war, konnten die Behandlung zu Hause durchführen. Die Einnahme wurde mit 2 Tropfen der höheren Verdünnungsstufe begonnen. An zwei Tagen der Woche nahmen die Patienten die AutoColiVaccine ein, mit einer um jeweils zwei Tropfen gesteigerten Dosis. Nach Erreichen von maximal zehn Tropfen führten die Patienten das Behandlungsschema mit der geringeren Verdünnungsstufe und somit der höheren Antigenmenge fort.  

Die Behandlung dauerte ohne Therapiepausen sechs bis acht Wochen. Nach Abschluss der Autovaccinetherapie erhielten die Patienten keine weiterführende Behandlung.

Ergebnisse

Zwölf Monate nach Ende der Therapie wurden die Patienten untersucht und nach dem Verlauf befragt. Von den 21 Patienten nahmen 20 den Wiedervorstellungstermin war. Bei 18 Patienten waren während der letzten zwölf Monate keine weiteren Harnwegsinfekte aufgetreten. Das Sediment bestätigte die Angabe. Zehn Patienten gaben an, gelegentlich unspezifische Beschwerden im Bereich der harnableitenden Wege verspürt zu haben. Sie waren aber deutlich geringer ausgeprägt als vor der Autovaccinetherapie. Eine Antibiotikatherapie war in keinem Fall erforderlich. Eine Patientin gab an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate einen leichten Harnwegsinfekt gehabt zu haben, der naturheilkundlich behandelt wurde. 

Zur zweiten Wiedervorstellung 24 Monate nach Abschluss der Autovaccinetherapie waren 14 Patienten erschienen. Alle 14 Patienten waren beschwerdefrei. 

Fazit

Die Therapie mit AutoColiVaccinen konnte bei 20 der 21 behandelten Patienten den seit Jahren bestehenden Kreislauf rezidivierender Harnwegsinfekte durchbrechen. Die Anzahl der Harnwegsinfekte wurde von durchschnittlich 3 auf 0,1 pro Jahr gesenkt. Mit der vorgestellten Patientenerhebung wurde die Wirksamkeit einer Autovaccinetherapie gezeigt – im Anschluss an eine Antibiose oder als Monotherapie. 

Studienpraxis

Dr. med. Sigrid Tapken
Fachärztin für Urologie, Andrologie, Medikamentöse Tumortherapie, Ernährungstherapie, Sexualtherapie, Naturheilverfahren; Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz Gesellschaft
wwww.urologin-tapken.de

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